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Pressemitteilung Nr. 15/26 vom 25. Juni 2026

Dat Nettwark Junge Lüüd hett sik grünnt

Junge Lüüd gründen eigene Organisation für junge Plattdeutsche

15/26 BG

Oldenburg. Am 8. Juni 2026 haben junge Plattdeutsche mit dem Nettwark Junge Lüüd (NJL) eine eigene Organisation gegründet. Das Netzwerk vertritt junge Sprecherinnen und Sprecher des Niederdeutschen zwischen 18 und 35 Jahren und soll ihnen künftig eine politische Stimme geben und als gemeinsame Plattform für Austausch, politische Beteiligung und eigene Projekte dienen.

Die Gründung ist das Ergebnis einer Entwicklung, die in den vergangenen Jahren immer stärker auf die Perspektiven junger Menschen im niederdeutschen Sprachraum ausgerichtet wurde. Seit 2022 gibt es im Bunnsraat för Nedderdüütsch (BfN) eigene Junge-Lüüd-Vertreter:innen. Seit 2023 fanden zudem gemeinsame Vernetzungstreffen mit jungen Plattdeutschen und Angehörigen der vier nationalen Minderheiten in Deutschland statt. Dabei ging es unter anderem um Identität, Vielfalt, Resilienz und Möglichkeiten politischer Partizipation.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gründung des NJL war das erste offizielle Vernetzungstreffen der Jungen Lüüd am 31. Januar 2026 in Bremen. Rund 20 junge Menschen aus dem gesamten Sprachgebiet haben sich im Institut für niederdeutsche Sprache getroffen – von Schleswig-Holstein bis Westfalen, von Mecklenburg-Vorpommern bis in die Niederlande. In weiteren Online-Treffen kamen auch Vertreter der weltweit lebenden Plautdietschen sowie der Pomeranos in Brasilien hinzu. Im Mittelpunkt standen zwei Fragen: Welche politischen Themen sind für junge Plattdeutsche besonders wichtig? Und welche Form der Selbstorganisation braucht es, damit junge Menschen dauerhaft mitreden und eigene Projekte entwickeln können?

Besonders deutlich wurde dabei der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit und mehr Angeboten für junge Menschen. Dazu zählen etwa altersgerechte Medienangebote, Inhalte in sozialen Medien, Bildungs- und Wissensangebote, kulturelle Projekte sowie bessere Möglichkeiten, sich politisch einzubringen. Zugleich zeigte sich ein großes Interesse an einer festen Struktur, über die junge Menschen miteinander in Kontakt bleiben, Erfahrungen teilen und gemeinsame Vorhaben entwickeln können. Das Nettwark Junge Lüüd möchte diese Lücke nun füllen. Ziel ist es, junge plattdeutsche Perspektiven in Politik, Kultur, Bildung und Medien stärker sicht- und hörbar zu machen.

Die Oldenburgische Landschaft engagiert sich im Nettwark Junge Lüüd als passives Mitglied. „Wir haben uns bislang sehr stark auf die Arbeit an Schulen konzentriert“, sagt Bernd Grünefeld, Mitarbeiter für Plattdeutsch bei der Oldenburgischen Landschaft. „Durch die Mitgliedschaft im neu gegründeten Netzwerk haben wir nun auch unser Ohr an den Bedürfnissen junger Menschen und können besser auf diese eingehen.“

Bei der konstituierenden Sitzung des NLJ gab es auch Wahlen: Zu Sprecher:innen wurden Janine Siewert und André Graën gewählt. Dieke Günther und Marie-Claire Topp vertreten die Jungen Lüüd künftig im BfN. Als Kommunikationsbeauftragte übernehmen künftig Antje Roolfs und Lea Alice Luckmann die Öffentlichkeitsarbeit sowie die interne und externe Vernetzung.

Als nächstes sollen die internen Kommunikationswege weiter aufgebaut, neue Mitglieder gewonnen und erste gemeinsame Projekte vorbereitet werden. Auch die Zusammenarbeit mit dem BfN sowie weiteren Einrichtungen im niederdeutschen Sprachraum soll fortgeführt und ausgebaut werden. Mit der Gründung des Nettwark Junge Lüüd ist damit ein wichtiger Schritt getan, um junge Menschen stärker an der Zukunft des Plattdeutschen zu beteiligen. Jeder kann Mitglied der Organisation werden, nicht nur junge Lüüd, sondern auch Menschen jedes Alters sowie Institutionen und Vereine. Ein Beitrittsformular findet sich auf der neu eingerichteten Website www.nettwark.org.

 

Kontakt:

Nettwark Junge Lüüd

info@nettwark.org

Janine Siewert und André Graën

Sprecherin und Sprecher des NJL

Bildunterschrift: Das Logo des Nettwarks Junge Lüüd (© Kevin Behrens/Nettwark Junge Lüüd)