Niedersächsischer Weg in Friesland
Akteure laden zum Mitmachen ein
11/25 PW/JW
Oldenburg. Der „Niedersächsische Weg“ ist ein 2020 ins Leben gerufenes Gemeinschaftsprojekt von Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Seit 2021 setzt sich im Rahmen dieses Projekts im Landkreis Friesland „Der Niedersächsische Weg in Friesland“ dafür ein, in einem Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft die Biodiversität im Landkreis Friesland zu fördern. Dazu gehören Landwirte, Flächeneigentümer, der Landkreis Friesland, die Gemeinde Zetel, das Projekt „Naturkieker“ der Oldenburgischen Landschaft, die Jägerschaft sowie Filmemacher und freiwillige Akteure. „Viele kleine Maßnahmen bewirken eine Menge und helfen, die Biodiversität in der Region zu erhalten“, sind die Akteure überzeugt. Sie möchten weitere Landwirte, Flächeneigentümer und interessierte Menschen dafür gewinnen, ihrem Beispiel zu folgen und den Niedersächsischen Weg in Friesland mit Leben zu füllen.
Unter dem Titel „Lust mitzumachen?“ ist dazu ein Faltblatt erschienen, das auf Nachfrage zugesendet wird oder auf der Homepage des Naturkieker Friesland (www.naturkieker.de) unter „Aktuelles“ heruntergeladen werden kann.
Die Beteiligten des Niedersächsischen Wegs in Friesland zogen jetzt ganz aktuell eine positive Zwischenbilanz: Mittlerweile zeigen sich erfreuliche Ergebnisse von ihnen initiierter und umgesetzter Maßnahmen. So spart einer der beteiligten Landwirte auf einer Grünlandfläche bei Gödens seit einigen Jahren Bereiche bei der Mahd aus und lässt die Vegetation dort ganzjährig stehen. Ziel der Maßnahme ist es, damit den Aurorafalter zu fördern, einen hübschen weißen Schmetterling mit orangeroten Flügelspitzen. Die Raupen des Aurorafalters sind auf das auf der Grünfläche mit einem großen Bestand vorkommende Wiesenschaumkraut spezialisiert. Sie können sich jetzt dort ungestört entwickeln und als Puppe überwintern.
Auf dem Esch bei Zetel entsteht ein vielfältiges Mosaik an natürlichen Strukturen, damit sich das Rebhuhn, derzeit in der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft, dort wohlfühlt. Dazu bleiben die Randstreifen der Wege ungemäht und Streifen der Ackerfelder unbewirtschaftet. Außerdem werden Bracheflächen angelegt, und Schilder bitten Hundebesitzer darum, ihre Hunde anzuleinen, um Störungen zu vermeiden. So findet das Rebhuhn als typischer Bodenbrüter dort Brutplätze, eiweißreiche Insekten, Würmer und Larven als Nahrung für seine Küken, grüne Pflanzenteile und Samen von Wildkräutern sowie ausreichend Deckung vor Fressfeinden. Die Maßnahmen zeigen schon Wirkung: Im Februar konnten bei einem Monitoring mehrere Rebhuhn-Männchen festgestellt werden.
Zudem wird auf bestimmten Flächen, Weg- und Ackerrändern in Neuenburg die Vegetation wachsen gelassen. Auf den ersten Blick mögen diese im Vergleich zu bunt blühenden, angesäten Feldrainen weniger spektakulär erscheinen. Dennoch sind sie für die heimische Artenvielfalt von großer Bedeutung. Dort findet sich die Kinderstube unzähliger Insekten, die dort Schutz und Nahrung finden. Hierzu gehören die Raupen von Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge, Admiral, Kleiner Fuchs, Schachbrettfalter, Schornsteinfeger und Ochsenauge, die sich von Gräsern und Brennsesseln ernähren, außerdem Laufkäfer, Grashüpfer und unzählige weitere Insekten. Laut „Insektentaschenrechner“ des Projektes BioDivKultur der Technischen Universität Darmstadt sind pro Quadratmeter dieser naturbelassenen Vegetation 100 bis über 300 Insekten zu finden.
Ansprechpartner bei Interesse und für weitere Informationen sind:
- Verena Radek, E-Mail: v.radek@friesland.de, 04461-919-5090
- Petra Walentowitz, E-Mail: p.walentowitz@naturkieker.de, 0162 4362983
Bildunterschrift: Akteure des Niedersächsischen Weges in Friesland auf einer Wiese mit Wiesenschaumkraut bei Gödens. Unter dem Motto „Friesischer Weg“ fördern sie die Biodiversität durch die Umsetzung vielfältiger Projekte und Maßnahmen in einem gemeinsamen Miteinander. Von links: Verena Radek, Tobias Zunker, Petra Walentowitz, Kevin Fries, Dr. Henrike Wiggering, Jan Szengel, Heike Stadtlander, Richard Schouten, Till Schouten, Dieter Harms. Foto: Sarah Strubbe

