Projekt zeigt facettenreiche Kultur der Region
„Kultur.Mosaik im Oldenburger Land“ – so heißt ein aktuelles Projekt der Oldenburgischen Landschaft, das eine Gesamtschau der Region entstehen lässt. Im Frühjahr 2027 erscheint im Isensee Verlag ein Buch über den Charakter des Oldenburger Landes. Dafür bereist die Journalistin Alice Düwel die Region von der Nordseeküste bis zu den Dammer Bergen und spricht mit Menschen, deren Geschichten zeigen, was das Oldenburger Land ausmacht. Die Webseite www.kulturmosaik.oldenburgische-landschaft.de und der Instagram-Kanal @kultur.mosaik begleiten die Recherchen. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, eigene Erinnerungen, Orte und Perspektiven einzubringen und so an einem vielstimmigen Porträt des Oldenburger Landes mitzuwirken.
Ab sofort fördert auch die Kulturstiftung der Öffentlichen Oldenburg das Projekt „Kultur.Mosaik“ der Oldenburgischen Landschaft. Weitere Förderer sind die LzO-Stiftung Oldenburg, die IHK Oldenburg, die Handwerkskammer Oldenburg, die Stiftung Oldenburgischer Kulturbesitz und die Stiftung Gewässerschutz. Dass sich auch Letztere an dem Projekt beteiligt, ist kein Zufall. Kaum ein anderes Thema verbindet die unterschiedlichen Landschaften der Region so sehr wie das Wasser. Es prägt die Küste ebenso wie Moore, Geest, Flüsse und Marschen – und damit Wirtschaft, Kultur und Identität.
Das Projekt macht dies mit Blick in die Geschichte und auf aktuelle Projekte deutlich: Nach der großen Sturmflut 1962 wurde Deichbandvorsteher Anton Hullmann noch als Retter der Wesermarsch gefeiert, weil er zuvor 54 Millionen D-Mark für den Deichbau einwerben konnte. Heute investiert das Land Niedersachsen jedes Jahr große Summen in den Küsten- und Hochwasserschutz, allein 2026 sind es 124 Millionen Euro. Gleichzeitig warnen Fachleute, dass immer höhere Deiche allein langfristig keine Lösung sein werden. Der Klimawandel verändert den Umgang mit dem Wasser grundlegend.
Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever, beschreibt diesen Wandel als kulturellen Perspektivwechsel. Über Jahrhunderte galt Wasser vor allem als Bedrohung, die möglichst schnell über Gräben und Siele ins Meer abgeleitet werden sollte. Mittlerweile wird Wasser zunehmend als kostbare Ressource verstanden, die in der Landschaft gehalten werden muss.
Wie dieser Wandel konkret aussieht, zeigt die Modellregion Ahlhorner Fischteiche. „Was man in 150 Jahren kaputtgemacht hat, versuchen wir jetzt wieder rückgängig zu machen“, sagt Forstamtsleiter Stefan Grußdorf. Mit rund 120 Hektar Teichfläche soll Wasser wieder in der Landschaft gehalten und der Grundwasserspiegel stabilisiert werden. Die Fischwirtschaft dient dabei als Motor einer groß angelegten Landschaftsentwicklung.
Dass Wasser nicht nur die Zukunft der Region, sondern auch ihre Geschichte prägt, zeigt sich auch in sprachlichen Entwicklungen. Die ausgedehnten Moorgebiete schirmten das Oldenburger Land über Jahrhunderte nach außen ab. Im Saterland, einer Insel inmitten kaum passierbarer Moore, konnte sich dadurch bis heute Saterfriesisch als eigenständige Sprache erhalten.
Diese und viele weitere Aspekte, die die Kultur des Oldenburger Landes gestalten, sammelt das Projekt „Kultur.Mosaik“. Manche verbinden die Region, manche stehen markant für einen Teil des Oldenburger Landes – bei allen lohnt sich ein neugieriger Blick.
Mehr Wissenswertes zu Geschichte, Architektur, Kunst, Wirtschaft, Innovation, Migration und vielem mehr finden Interessierte auf www.kulturmosaik.oldenburgische-landschaft.de.
