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Abschlusstagung BIG WE

Abschlusstagung „Bildgedächtnis und regionale Identität“ des Projektes Bildgedächtnis Weser-Ems (BIG WE)

Dr. Franziska Meifort eröffnet mit ihrer Begrüßung die Abschlusstagung. Foto: Sarah-Christin Siebert, Oldenburgische Landschaft
Am Freitag, den 16. Januar, fand im Kulturzentrum PFL in Oldenburg die Abschlusstagung „Bildgedächtnis und regionale Identität“ des gemeinsamen Pilot- und Digitalisierungsprojekts „Sturmfest und erdverwachsen? Visuelle Medien als Spiegel regionaler Identität: Das Bildgedächtnis Weser-Ems“ (BIG WE) der Oldenburgischen Landschaft, des Schlossmuseums Jever und des Museumsdorfs Cloppenburg statt. Auf der Tagung wurde der Frage nachgegangen, wie visuelles Gedächtnis und regionale Beheimatung miteinander zusammenhängen. Beleuchtet wurde dies anhand verschiedener Vorträge, welche zudem auch die konkrete Arbeit an den Bildquellen erläuterten und aufzeigten, welche archivalischen und digitalen Herausforderungen mit der Pflege von Bildarchiven einhergehen. Jeweils im Mittelpunkt des Vorgestellten stand der dokumentarische Wissensgewinn.

Nach der Begrüßung durch die Direktorin der Oldenburgischen Landschaft Dr. Franziska Meifort haben zunächst die Projektpartner des BIG WE das Projekt vorgestellt: Die Projektkoordinatorin des BIG WE Gesa Soetbeer sprach über die Forschungen zum Heimatfotografen Heinrich Kunst sowie die Erschließungsarbeiten am Nachlass, der sich im Bildarchiv der Oldenburgischen Landschaft befindet und einer der zentralen Bildbestände des BIG WE ist. Dabei kündigte sie an, dass ein Folgeprojekt beantragt ist, um in einem BIG WE 2.0 die Forschungen an diesem Bildbestand, vor allem den Bildern der 1920er und 1930er Jahren, vertiefen zu können. Anschließend stellte Dr. Björn Bertrams, wissenschaftlicher Volontär des Museumsdorfes Cloppenburg, die Arbeiten am Bauzeichnungsarchiv vor, das ein Alleinstellungsmerkmal des BIG WE ist. Dr. Andreas von Seggern sprach schließlich über das Bildarchiv des Schlossmuseum Jevers und die Herausforderungen der Digitalisierung großer Bildbestände.

Nach der Vorstellung des Projektes BIG WE folgten weitere Vorträge, die sich mit der Forschung an verschiedenen Bildbeständen auseinandersetzten. Cai-Olaf Wilgeroth etwa stellte die Sammlung historischer Glasnegativplatten der „Müllerschen Werkstatt“ in Neuenburg vor. Katrin Eden vom Gemeindearchiv Bad Zwischenahn stellte in ihrem Praxisbericht exemplarisch vor, wie sich die konkrete Arbeit auch mit ehrenamtlicher Unterstützung darstellt. Besondere Bedeutung kam diesem Beitrag zu, da das Gemeindearchiv als erster neuer Projektpartner des BIG WE auch auf dem Portal Kulturerbe.Niedersachse.de vertreten ist.

Auf der Tagung wurde der Blick jedoch auch geweitet: Nicht nur Bildarchive der Region Weser-Ems wurden vorgestellt, sondern auch andere Regionen, wie etwa Westfalen, wurden in die Betrachtung einbezogen. So erklärte Prof. Dr. Gudrun König am Beispiel eines Modefabrikanten aus Laer bei Münster, dass ein lokaler Bildbestand nicht zwangsläufig für die Region Spezifisches abbilden muss, sondern viel mehr auch dafür stehen kann, dass die Mode der Zeit auch in eine ländliche Region Einzug hielt. Dies kontrastierte sie mit ideologisierter Fotografie der NS-Zeit, die unbedingt regionale Identität anhand von Trachten und Handwerk abbilden wollte, auch wenn diese gar nicht historisch korrekt waren. Damit lieferte sie auch eindrückliche Beispiele dessen, was Bilder nicht zeigen.

Am Nachmittag folgten zwei Vorträge, die ebenfalls überregionale Beispiele darstellten. Zum einen stellte Marsina Noll vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde das Projekt „Das Ländliche im Bild. Fotografische Erfassung ruraler Umwelten in der DDR“ vor, wobei sie eindrucksvoll beschrieb, wie die Dokumentation von Dörfern anhand von Bauzeichnungen und Fotografien vor dem Hintergrund staatlicher Ideologie stattfand. Im letzten Vortrag der Tagung beschrieb schließlich Prof. Dr. Thomas Etzemüller am Beispiel des „Romantischen Rheins“, welche Wechselwirkungen konstruierte Bilder einer Landschaft und Seherwartungen haben, etwa beeinflusst durch die zeitgenössische Kunst oder durch touristische Interessen.

Alle Vorträge werden als Online-Veröffentlichung auf den Seiten der Oldenburgischen Landschaft nachzulesen sein.

Kompakt-Seminar „Stadt, Land, Fluss und Nordsee. Aufgaben und Herausforderungen der Wasserwirtschaft im Oldenburger Land“

Am Dienstag, 30. September 2025, ab 14 Uhr findet im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg das Kompakt-Seminar „Stadt, Land, Fluss und Nordsee. Aufgaben und Herausforderungen der Wasserwirtschaft im Oldenburger Land“ statt.

Das Wasser prägt seit jeher das Oldenburger Land und war für die hier lebenden Menschen oftmals Fluch und Segen gleichzeitig. So sind zahlreiche Sturmfluten und Hochwasserereignisse mit verheerenden Folgen in der Geschichte des Landes zu verzeichnen, und auf der anderen Seite war das Wasser immer schon eine wichtige Lebensgrundlage für die durch Landwirtschaft geprägte Region. Im 20. Jahrhundert kamen dann mit einer rasant steigenden Bevölkerungsentwicklung die Herausforderungen der Siedlungswasserwirtschaft mit einer zentralen Wasserversorgung und einer geordneten Abwasserbeseitigung hinzu. Aktuell ist es der Klimawandel, der die gesamte Wasserwirtschaft umtreibt wegen zunehmender Extremereignisse in Bezug auf Hochwasser und langanhaltender Dürreperioden. Die Anpassung an den Klimawandel ist somit ohne Frage wohl die größte Herausforderung für die Wasserwirtschaft in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten.
Das kompakte Seminar der Oldenburgischen Landschaft vermittelt einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Wasserwirtschaft im Oldenburger Land.

Veranstalter des Kompakt-Seminars sind die Oldenburgische Landschaft, das Landesmuseum Natur und Mensch sowie der OOWV. Hier geht es zum Programmflyer (PDF).

Melden Sie sich bitte bis zum 19. September 2025 über anmeldung@oldenburgische-landschaft.de für die Veranstaltung an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Programm
Begrüßung
Dr. Ursula Warnke, Direktorin Landesmuseum Natur und Mensch
Dr. Franziska Meifort, Direktorin Oldenburgische Landschaft

Wasserversorgung im Verbandsgebiet des OOWV
Karsten Specht, Geschäftsführer OOWV

Küstenschutz und Deichbau im Oldenburger Land
Armin Heine, stv. Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg

Diskussion & Pause
Ammerländer Wasseracht: Aufgaben, Organisation und Herausforderungen eines Entwässerungsverbandes
Kai Wienken, Geschäftsführer der Ammerländer Wasseracht

Wasserwirtschaft im urbanen Raum: Das Schwammstadtprinzip am Beispiel der Stadt Oldenburg
Reinhard Hövel, ehem. OOWV, Gästeführer und Dozent zu Wasser- und Umweltthemen  im Oldenburger Land

Wasser im Wandel: Klimaoasen zwischen Überschuss, Mangel und neuem Wissen Gartendenkmäler als Zukunftslabore für klimaresilientes Handeln
Saskia Benthack, Projektleitung & Kuration Klimaoasen Oldenburg,Landesmuseum Natur und Mensch, Oldenburg

Diskussion & Fazit
Moderation: Prof. Dr. Uwe Meiners, Präsident der Oldenburgischen Landschaft