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Das Netzwerk Naturschutzgeschichte ist entstanden aus einer ersten regionalen Tagung im Jahr 2009: Naturschutz hat Geschichte! Spurensuche im Oldenburger Land.

Im Anschluss bildete sich ein lockerer Zusammenschluss von etwa 30 Personen aus verschiedenen Berufsfeldern und Altersgruppen. Die Beteiligten engagieren sich heute aktiv im Naturschutz, sind aber auch neugierig auf die historischen Wurzeln und den Werdegang des Naturschutzes im Oldenburger Land. Die Gruppe versteht sich als ein regionales Netzwerk und kooperiert mit der Stiftung Naturschutzgeschichte (Königswinter, NRW), die sich seit 1996 bundesweit diesem Themenfeld widmet.

Ahlhorner Teiche

Die bunte Mischung der Mitwirkenden ermöglicht ein ebensolch vielfältiges Spektrum an Begeisterung, Ideen und Forschungsdrang – beste Grundlagen für eine facettenreiche Erschließung und Entdeckung, aber auch Reflexion der Geschichte des regionalen Naturschutzes.

Das Netzwerk Naturschutzgeschichte besteht nicht nur aus Einzelpersonen. Institutionen und Hochschulen, die im Oldenburger Land mit dem Naturschutz befasst sind, beteiligen sich aktiv oder unterstützend an der Arbeit. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen!

Ziel des Netzwerkes Naturschutzgeschichte ist die Erforschung der Vorgeschichte und Geschichte des Naturschutzes im Oldenburger Land. Naturschutz wird verstanden als bewusstes, naturbewahrendes Handeln in einem weiten Sinne, das von vielen gesellschaftlichen Gruppen getragen wurde und wird. Naturschutz war und ist in hohem Maße ehrenamtlich organisiert und nicht nur eine Aufgabe der Fachwissenschaften und Behörden. Das gilt auch für die Erforschung der Naturschutzgeschichte.

Im Kennenlernen und Dokumentieren der eigenen Geschichte (Traditionsbildung) liegt zunächst die Motivation der Beteiligten. Das Netzwerk ist davon überzeugt, dass angesichts des neuartigen und großen Drucks auf die Landschaft eine historische Standortbestimmung notwendig ist. Vorläufer, Wege und Irrwege, Traditionen und abgebrochene Strategien sollen im Licht heutiger Herausforderungen reflektiert werden. Eine Neujustierung aktueller Naturschutzstrategien wird dadurch verbessert.

In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Entstehung des Naturschutzes zumeist der Umweltdebatte der 1970er Jahre zugeordnet. Die über 200 Jahre alten Traditionen sind wenig erforscht und kaum bekannt. Nur wenige wissen z.B., dass einzelne Schutzverordnungen noch heute auf dem Reichsnaturschutzgesetz von 1935 basieren. Was bedeutet das? Wodurch ist die historische Kulturlandschaft entstanden, auf die sich heute viele Schutzbemühungen richten? Diese Frage führt sogar zurück in das 18. Jahrhundert, in die Zeit der Aufklärung. Vertiefende Regionalforschungen können neue Erkenntnisse über die Vielfalt und breite gesellschaftliche Verankerung des Naturschutzes liefern. Wir wollen dazu beitragen, dem Naturschutz ein Gedächtnis zu geben und das erworbene Wissen der Öffentlichkeit verfügbar machen.

Das Netzwerk Naturschutzgeschichte betrat Neuland. Im Sinne einer “citizen science” wollen Interessierte innerhalb und außerhalb des wissenschaftlichen Bereiches kooperieren. Für die Zusammenarbeit verantwortlich ist das Organisationsteam: Prof. Dr. Peter Janiesch, (C.v. Ossietzky Universität Oldenburg), Werner Wichmann (Stadt Oldenburg, Untere Naturschutzbehörde), Birgit Will (Dipl. Landschaftsökologin).

Mitglieder des Netzwerkes beteiligen sich nach ihrer individuellen Interessenlage, ihren Vorkenntnissen und ihrem Zeitbudget. Historisches Forschen verlangt zunächst Quellenmaterial. Während die Arbeit des amtlichen Naturschutzes in Akten überliefert ist, die in öffentlichen Registraturen und Archiven lagern, sind Quellen zum ehrenamtlichen Naturschutz kaum verfügbar. Aber von Beginn an bis heute ist das bürgerschaftliche Engagement eine tragende Säule des Naturschutzes. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt deshalb in der Sicherung, Bewahrung und archivarischen Erschließung von Quellenmaterial. Hierzu gehören private Nachlässe sowie historisches Bild- und Kartenmaterial. Ein wichtiges Mittel ist die Befragung von Zeitzeugen. Mit den öffentlichen Archiven wird zusammengearbeitet.

Historische Fragestellungen werden aus aktuellen Problemen entwickelt, für deren Bewältigung der Blick in die Vergangenheit eine zusätzliche Perspektive geben kann. Einzelne Netzwerk-Teilnehmer finden sich in Arbeitsgruppen zusammen; das Netzwerk trifft sich etwa vier Mal im Jahr. Ergebnisse der Arbeit werden auf dieser Internetseite und in öffentlichen Veranstaltungen zur Diskussion gestellt sowie publiziert.

Umfangreichere Themen werden in Forschungsprojekten bearbeitet, soweit finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Kontakte zu anderen Institutionen, die sich der Erforschung der Naturschutzgeschichte widmen, werden hergestellt und gepflegt. Auch die Einbindung anderer Disziplinen, wie der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft wird verfolgt.

Jeder, der an der Geschichte des Naturschutzes interessiert ist, ist herzlich willkommen! Neben der Möglichkeit, im Netzwerk mitzuwirken, stellen wir das erworbene Quellenmaterial zur Verfügung. Studienarbeiten, Dissertationen oder Forschungsprojekte werden unterstützt und fachlich begleitet werden. Ideen sind erwünscht! Kontakte zu Hochschulen und Fördermöglichkeiten werden hergestellt.

Mitglieder des Netzwerkes sind bereit, Vorträge zu ihren Arbeitsfeldern zu halten. Verbänden und Vereinen steht das Netzwerk zur Verfügung, wenn sich diese mit ihrer Geschichte auseinandersetzen wollen. Für die Sicherung und archivarisch korrekte Aufarbeitung von Nachlässen oder Unterlagen zur Vereinsgeschichte leistet das Netzwerk Hilfe.

Der Austausch von Erfahrungen und Ergebnissen mit anderen Regionen, in denen die Geschichte des Naturschutzes thematisiert wird, wird gepflegt.

Nicht zuletzt stehen wir dem amtlichen Naturschutz und den ehrenamtlichen Akteuren mit Expertisen zur Verfügung, wenn es darum geht, historisches Wissen in ihre heutige Arbeit zu integrieren. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

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