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Persönlichkeiten des Naturschutzes

Naturschutz: eine Aufgabe von Staat und GesellschaftBiografien
Der Naturschutz ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gewachsen als eine soziale Bewegung. Sie wird getragen von naturbegeisterten Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung. Eine wesentliche Säule bildet das naturkundliche Forschen und Entdecken – jenseits der akademischen Disziplinen. Schon frühzeitig, spätestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts nahm der Staat die Ziele der Bewegung auf. Naturschutz wurde zu einem öffentlichen Arbeitsfeld, das zunehmend auch gesetzlich geregelt wurde.

1935 beschloss der Reichstag das erste in ganz Deutschland geltende Reichsnaturschutzgesetz. Der Naturschutz wurde auf zwei Säulen gestellt: eine hauptamtliche und eine ehrenamtliche. Die Naturschutzstellen mit den Naturschutzbeauftragten wurden ehrenamtlich aus der Bevölkerung besetzt und bestimmten im Wesentlichen die Inhalte der konkreten Naturschutzaktivitäten.
Die Umweltbewegung der 1970er Jahre bewirkte auch im Naturschutz eine hohe Dynamik; das Aufgabenfeld weitete sich aus. Neue Studiengänge wie Ökologie oder Landschaftsökologie, Landschafts- und Umweltplanung wurden angeboten. Bürgerinitiativen untermauerten die hohe gesellschaftliche Bedeutung des neuen Politikfeldes.

Die modernen Naturschutzgesetze der 1970er Jahre führten einerseits zu einer Professionalisierung, andererseits zu einer Stärkung der Naturschutzorganisationen. Der einzelne, ehrenamtlich engagierte Naturschützer dagegen verlor allmählich an politischem Einfluss. Diese Verschiebungen haben dem Naturschutz heute ein deutlich anderes Erscheinungsbild gegeben.
Das Netzwerk Naturschutzgeschichte dokumentiert und erforscht die organisatorischen und soziokulturellen Entwicklungen im breiten Spektrum der Akteure des Oldenburger Landes. Lebenswege der Naturschützerinnen und Naturschützer, ihre Motivationen und Leistungen sind in Biografien zusammengefasst.

Verankerung des Naturschutzes in der Gesellschaft

Viele Menschen haben sich für den Naturschutz und die Entwicklung der Kulturlandschaft im Oldenburger Land engagiert. Sie gehörten sehr unterschiedlichen Berufen an; ihre Motive waren äußerst vielfältig. Ihre Passionen reichten von einer einzelnen Gruppe von Tier- oder Pflanzenarten, über bestimmte Lebensräume bis hin zu ganzen Landschaften, die sie als erhaltenswert erachteten. Erfassen und Kartieren gehörten zum Spektrum ihrer Aktivitäten ebenso wie die Übernahme von Aufgaben in einem Verein. Praktisches Arbeiten zur Pflege und Entwicklung vor Ort war ihnen ein wichtiges Anliegen. Viele waren Mitglieder von Naturschutzstellen oder übernahmen die besondere Verantwortung eines Naturschutzbeauftragten.

Auch unter den Nutzern von Natur und Landschaft, den Land- und Forstwirten, Jägern oder Fischern, gab es Menschen mit einem besonderen Verantwortungsgefühl gegenüber der natürlichen Umwelt. Ihr Ziel war es, Nutzung und Schutz optimal miteinander zu verbinden.

Der Naturschutz war und ist in hohem Maße getragen von den Bürgerinnen und Bürgern. Mit Beschluss des neuen Niedersächsischen Naturschutzgesetzes im Jahr 1981 trat aber neben die historisch gewachsene, ehrenamtliche Struktur eine professionelle Verwaltung und Hochschulausbildung. Die Rolle des Ehrenamtes wandelte sich dadurch.

Diese Seite enthält Biografien von Persönlichkeiten, die sich im Oldenburger Land um Natur und Landschaft verdient gemacht haben.

Biografien

Behrends, Enno-Etzard (1926 - 2009); Kaufmann; Mitglied der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO)
Enno-Etzard Behrends (1926 – 2009) hat die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO) mehrere Jahrzehnte lang aktiv unterstützt, vor allem in der Gründungsphase der NABU-Bezirksgruppe Oldenburger Land. Als Kaufmann war er ornithologischer Autodidakt und eignete sich erstaunliche Kenntnisse an. Auf Exkursionen, insbesondere an die Nordseeküste, motivierte er viele Menschen durch seine überspringende Begeisterung.

Jörg Grützmann verfaßte im Jahr 2010 einen Nachruf.

Bohlken, Hans (1909 - 1941); Mitglied des Mellumrates und des ehem. Landesvereins für Heimatkunde und Heimatschutz
Hans Bohlken (1909-1941) hat bereits in seiner Jugend viel Zeit der Erforschung der Pflanzen- und Tierwelt gewidmet und sich dabei vor allem der Ornithologie zugewandt. Zunächst im Mecklenburger Land tätig kam Bohlken später als Volksschullehrer nach Augustfehn und beschäftigte sich dort intensiv mit Geest, Marsch und Moor im Oldenburger Land. Besonders interessierte ihn das Brutverhalten der Säbelschnäbler. Ab 1933 übernahm Bohlken als Vogelwart auf Mellum etliche wissenschaftliche Aufgaben und wurde schließlich zum Stellvertreter des Kreisbeauftragten für Naturschutz im Landkreis Ammerland ernannt. Bohlken war außerdem sowohl im Vorstand des Mellumrates, als auch des Landesvereins für Heimatschutz und Heimatkunde engagiertes Mitglied.

Richard Tantzen hat im Jahr 1941 das Werk des Hans Bohlken in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch Bd. 44/45, S. 179.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Bruns, Herbert (1920 - 1998); Professor für Zoologie; Mitglied in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO)
Herbert Bruns (1920 – 1998) war seit seinem 16. Lebensjahr ein engagierter Ornithologe nicht nur im Oldenburger Land. Er war Weggefährte von Karl Sartorius, Otto Leege und Heinrich Schütte und engagierte sich jahrzentelang in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO). Auf Mellum und Helgoland war er als Vogelwart tätig. Von 1956 bis 1963 leitete er die Staatliche Vogelschutzwarte Hamburg und wirkte zuletzt bis 1985 als Professor für Zoologie an der Pädagogischen Hochschule und der Technischen Universität Berlin. Bruns gilt als einer der Gründerväter der modernen Umweltbewegung. Sein letzter großer Wurf war der Aufbau der Biologischen Station List/Sylt zwischen 1977 und 1985.

Jörg Grützmann hat im Jahr 1999 das Wirken des Herbert Bruns in einem Nachruf gewürdigt.

von Buttel-Reepen, Hugo (1860 - 1933); Zoologe und Paläontologe; Pionier der Bienenforschung; Leiter des Staatlichen Naturhistorischen Museums; Vorsitzender des Oldenburger Vereins für Naturwissenschaften
Prof. Dr. Hugo von Buttel-Reepen (1860-1933) leitete von 1924 an bis zu seinem Tod das Staatliche Naturhistorische Museum. Er widmete sich schon in der Jugend vor allem seiner großen Leidenschaft, der Bienenzucht und -forschung. Seine Erkenntnisse in Theorie und Praxis fasste er im Jahr 1892 in einem Lehrbuch zusammen, das ihn in Züchter- und Forscherkreisen als Pionier der Bienenforschung bekannt machte. Von Buttel-Reepen engagierte sich im Bienenwirtschaftlichen Zentralverein in Oldenburg und leitete eine Imkerschule. Lange Zeit war er Vorsitzender des Oldenburger Vereins für Naturwissenschaften. Ein weiteres Interessengebiet von Buttel-Reepens waren völkerkundliche Studien, sodass er im Laufe seines Lebens zwei Weltreisen zum Zwecke der Erforschung fremdländischer Völker unternahm.

Karl Michaelsen hat im Jahr 1934 das Wirken des Hugo von Buttel-Reepen in einem kurzen Lebenslauf gewürdigt, der im Oldenburger Jahrbuch 1933, S. 94-98 veröffentlicht wurde.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Hugo von Buttel-Reepen: Das Hügelgräberfeld von Höltinghausen.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 30 (1926), S. 158-161
Hugo von Buttel-Reepen: Über Fensterurnen. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 29 (1925), S. 328-400
Hugo von Buttel-Reepen: Ein Ritterschwert aus den Stedingerkämpfen mit eingelegter Inschrift.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 30 (1926), S. 160-169
Hugo von Buttel-Reepen: Ein antikes Glasgefäß und sonstige Funde vom Gräberfeld von Helle, Gemeinde Zwischenahn, Amt Westerstede. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 30 (1926), S. 170-185
Hugo von Buttel-Reepen: Ein vorgeschichtlicher Würfel und weitere Forschungsergebnisse auf dem Gräberfeld von Helle, Gemeinde Zwischenahn. Übersicht über Würfelfunde.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 31 (1927), S. 281-290

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

tom Diek, Paul (1903 - 1941); Hauptlehrer; Beauftragter für Naturschutz im Landkreis Friesland
Paul tom Diek (1903-1941), Hauptlehrer in Wilhelmshaven, war als Kreisbeauftragter für Naturschutz im Kreis Friesland tätig und erstellte als einer der ersten im Oldenburger Land eine Landschaftsschutzkarte. Besonders der Ornithologie galt seine Passion; er befaßte sich intensiv mit dem Vogelleben in Watt, Groden, Marsch, Geest und Moor. Die Ergebnisse seiner Forschungen hat er 1933 schließlich in seinem Werk: “Die Vogelwelt der Jadestädte und ihrer Umgebung, des Jeverlandes und der Friesischen Wehde” zusammengefasst. Auch die Botanik seiner Heimat interessierte tom Diek, so dass er zahlreiche Pilzwanderungen und Pilzausstellungen arrangierte. Weitere Themenfelder, denen sich tom Diek widmete, sind die Geologie sowie die Vor- und Frühgeschichte. Er sammelte zahlreiche vorgeschichtliche Funde und kümmerte sich mit Hingabe um deren Aufbewahrung und Erhaltung.

G. Harms hat im Jahr 1975 das Wirken des Paul tom Diek in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch 1940/41, S. 175-176.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Diekmann, Fritz (1897 - 1970); Leiter der Oldenburgischen Vermessungsdirektion; Mitglied im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde
Fritz Diekmann (1897-1970) war von 1941 bis 1962 Leiter der Oldenburgischen Vermessungsdirektion und wandte sich sowohl innerhalb als auch außerhalb seines Berufes der Pflege und Erhaltung von Kultur- und Naturdenkmälern zu. Dabei war Diekmann stets bemüht, das Heimatbewusstsein und den Stellenwert der Heimatpflege in der Bevölkerung zu fördern. So war er von 1956 bis 1966 Vorsitzender des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde. Außerdem war Diekmann tätig als stellvertretender Vorsitzender des Niedersächsischen Heimatbundes und ab der Gründung der Oldenburg-Stiftung 1961, einem wesentlichen Bestandteil der oldenburgischen Kulturpflege, übernahm er auch deren Leitung. Seine gewonnenen Erkenntnisse und seine Erfahrungen im Bereich der Heimat- und Naturkunde gab Diekmann später an seinen Nachfolger im Vorsitz des Oldenburger Landesvereins, Richard Tantzen, weiter.

Wilhelm Dursthoff hat im Jahr 1970 das Werk des Fritz Diekmann in einem Nachruf gewürdigt.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Fritz Diekmann: Über die Wallhecke in Oldenburg als Beitrag zum Wallheckenproblem in Nordwestdeutschland. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 59 (1960), S. 1-19

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Drost, Rudolf (1892 - 1971); Leiter der Zentralstelle für Vogelschutz, Helgoland; Leiter der Deutschen Sektion des Internationalen Rates für Vogelschutz
Rudolf Drost (1892-1971) interessierte sich Zeit seines Lebens vor allem für die Ornithologie und engagierte sich für den Vogelschutz. So übernahm er ab 1924 die Aufgaben des Kustos für Vogelforschung an der biologischen Anstalt auf Helgoland und wurde 1926 schließlich zum Leiter der Vogelwarte ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Vogelwarte im Jahr 1947 als Zentralstelle für Seevogelschutz neu errichtet und die Leitung wurde wiederum Rudolf Drost übertragen. Ab 1959 war er außerdem Leiter der Deutschen Sektion des Internationalen Rats für Vogelschutz, dessen Ziel es war, den Vogelschutz vor allem durch die Beeinflussung durch Gesetze voran zu bringen. Bekannt geworden ist Drost auch als einer der Ersten, die sich für die Beseitigung der Ölpest an den Küsten einsetzte.

Richard Tantzen hat im Jahr 1971 das Werk des Rudolf Drost in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch 1962, S. 1-5.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Hayen, Hajo (1923 - 1991); Lehrer und Oberkustos für Moorarchäologie; Mitglied im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde
Dr. h.c. Hajo Hayen (1923-1991) hat neben seiner Berufstätigkeit als Lehrer, die er ab 1946 ausführte, intensive Forschungen an den Oldenburger Mooren durchgeführt. Seine Studien waren international anerkannt. Im Zentrum seiner Forschung stand für Hayen immer auch der Gedanke, auf die Notwendigkeit eines stärkeren Schutzes der Moore aufmerksam zu machen. In engem Kontakt stand er bei all seinen Arbeiten auch mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, das 1966 eigens für ihn eine Stelle im Bereich der Moorforschung einrichtete und ihn als Kustos einstellte. Im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde fand er intensive Unterstützung. 1973 schließlich wurde er zum Oberkustos für Moorarchäologie ernannt. Eine der vielen Ehrungen, die Hayen für seine Forschung bekommen hat, ist die Ehrendoktorwürde der Universität Köln.

Wolfgang Hartung hat im Jahr 1992 das Wirken des Hayo Hayen in einem Nachruf gewürdigt.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Hajo Hayen: Das Bronzemesser von Hollriede. Pollenanalytische Untersuchung eines neuen Bronzefundes aus dem Lengener Moor. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 53/53 (1953), S. 202-210
Hajo Hayen: Die Knabenmoorleiche aus dem Kayhausener Moor 1922. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 63 (1964), S. 19-42
Hajo Hayen: Erhaltungsformen der in den Mooren gefundenen Baumreste. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 59 (1960), S. 21-49
Hajo Hayen: ‘Isernbarg’ – ein Eisenverhüttungsplatz in Streekermoor (Gemeinde Hatten, Landkreis Oldenburg). in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 67 (1968), S. 138-173
Hajo Hayen: Menschenförmige Holzfiguren neben dem Bohlenweg XLII (Ip) im Wittemoor (Gemeinde Berne, Landkreis Wesermarsch). in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 64 (1065), S.1-25
Hajo Hayen: Zur Arbeitsweise des Oldenburgischen Oberkammerherrn von Alten bei der Untersuchung hölzerner Moorwege. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 57 (1958), S. 123-143
Hajo Hayen: Vorkommen der Eibe (Taxus baccata L.) in oldenburgischen Mooren. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 56 (1960), S. 51-67
Hajo Hayen: Zur Kenntnis des Bareler Moores (Gem. Dötlingen, Landkreis Oldenburg/Oldb.) und des dortigen Moorleichenfundes von 1784. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 60 (1961), S. 69-102
Hajo Hayen: Pollenanalytische Untersuchungen zu einem Spandolch der Periode I der Bronzezeit aus Schaneburgermoor (Gemeinde Stadt Friesoythe in Oldenburg). in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 54 (1954), S. 40-54
Hajo Hayen: Zur Bautechnik und Typologie der vorgeschichtlichen, frühgeschichtlichen und mittelalterlichen hölzernen Moorwege und Moorstraßen. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 56 (1957), S. 83-189
Hajo Hayen: Zur Zeitstellung des menschlichen Unterschenkels aus dem Lengener Moor bei Bentstreek, ihrem Vergleich mit der Zeitstellung einiger anderer Menschen-Moorleichen und der Zuverlässigkeit der Datierungen durch die Pollenanalyse. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 57 (1958), S. 45-122
Hajo Hayen und Erna Mohr: Wasserbüffelhörner im Nordseeraum und bei Danzig. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 66 (1967), S. 13-67

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Hartung, Wolfgang (1907 - 1995); Professor für Geologie; Leiter des Staatlichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte; Mitglied im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde
Prof. Dr. habil. Wolfgang Hartung (1907-1995) – gebürtiger Berliner – hatte Geologe, Paläontologie, Botanik und Zoologie studiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er die Leitung des Staatlichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte, die er bis 1972 innehatte. Hartung engagierte sich in mehreren Naturschutz-Organisationen und war viele Jahre lang Beauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege im Verwaltungsbezirk Oldenburg. Über 40 Jahre wirkte er als Herausgeber des naturwissenschaftlichen Teils im Oldenburger Jahrbuch. Hartung gelang es, auch Laien an die Naturkunde heranzuführen und für den Naturschutz zu begeistern. Berühmt waren seine vielen Studienfahrten und Exkursionen. In besonderem Maße hat er sich für die Erhaltung der Moore eingesetzt. Ein Teil seines Nachlasses liegt im Archiv der Stiftung Naturschutzgeschichte (Königswinter).

Klaus Barelmann hat im Jahr 1995 das Wirken des Wolfgang Hartung in der Ansprache zu seiner Trauerfeier gewürdigt, die veröffentlicht wurde im Vorspann des Oldenburger Jahrbuches 1995.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Wolfgang Hartung: Geologische Forschung im nordwestdeutschen Küstenraum. Eröffnungsansprache zur Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Oldenburg am 7. September 1959.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 58 (1959), S. 129-137
Wolfgang Hartung: Das Problem der sog. Küstensenkung. Schütte’s wissenschaftliches Lebenswerk in seiner Bedeutung und der Sicht neuer Forschung. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 63 (1964), S. 131-153
Wolfgang Hartung: Die Luftfahrt-Excursion des Oldenburger Landesvereins, über dem oldenburgisch-ostfriesischen Küstengebiet, zugleich ein Beitrag über den Einsatz des Verkehrsflugzeugs zum landeskundlichen Studienzweck. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 55 (1955), S. 141-162
Wolfgang Hartung: Zur Kenntnis des Interglazials von Osnabrück und seiner Verbreitung im Artland und Südoldenburg. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 52/53 (1953), S. 211-253
Wolfgang Hartung und Klaus Barelmann: Berlin, die alte Reichshauptstadt als Fahrtenziel.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 69 (1970), S. 199-203
Wolfgang Hartung und Klaus Barelmann: Die Steiermark in der Sicht der Studienfahrt des Oldenburger Landesvereins. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 69 (1970), S. 191-197

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Krüger, Jürgen (1940 - 2001); Leiter der Grundschule Wardenburg; Mitglied der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO)
Jürgen Krüger (1940 – 2001) hat in seinem Geburtsort Oldenburg an der damaligen Pädagogischen Hochschule studiert. Hier entflammte sein Interesse für die Ornithologie, der er sein Leben lang verbunden blieb. Er wirkte als Volksschullehrer und leitete ab 1977 die Grundschule in Wardenburg. Besonderes Engagement entwickelte Jürgen Krüger in der Umweltbildung und der Vermittlung naturkundlichen Wissens – ganz in der Tradition der für den Naturschutz im Oldenburger Land so wichtigen Volksschullehrerschaft.

Sein Weggefährte Hans Rudolph Henneberg widmete ihm im Jahr 2002 einen Nachruf mit persönlichen Erinnerungen.

Krüger, Wilhelm (1869 - 1940); Marinehafenbaudirektor in Wilhelmshaven; Gründungsmitglied des Mellumrates e.V.; Ehrendoktor der Universität Frankfurt am Main
Dr. h.c. Wilhelm Krüger (1869-1940), Marinehafenbaudirektor in Wilhemshaven, befasste sich vor allem mit der Entstehung des Jadebusens, den Einwirkungen der Sturmfluten und der Geschichte der Küstensenkungen. Im Rahmen seines Berufes war er erheblich an der Korrektion der Jade mitbeteiligt, die die Zufahrt zum Hafen in Wilhelmshaven sichern und regulieren sollte. Als ein guter Freund von Dr. h.c. Schütte war Krüger einer der wenigen, die dessen Erkenntnisse zur Küstensenkung teilten und seine Forschung unterstützten. Krüger war Mitgründer und langjähriger Vorsitzender des Vereins für Heimat-, Natur-, und Vogelschutz in Wilhelmshaven. Mit großem Interesse und Engagement förderte er die Vogelinsel Mellum und war maßgebliches Mitglied des 1925 gegründeten Mellumrates. Er unterstützte diesen Verein u.a. in grundlegenden Fragen der Einrichtung eines Seevogelschutzgebietes. Als Würdigung seiner wissenschaftlichen Arbeit verlieh die Universität Frankfurt am Main Wilhelm Krüger den Ehrendoktortitel.

Richard Tantzen hat im Jahr 1941 das Wirken des Wilhelm Krüger in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch 1940/41, S. 173-174.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Leege, Otto (1862 - 1951); Lehrer auf der Insel Juist; Entdecker der Insel Memmert; Beauftragter für Naturschutz im Landkreis Ostfriesland; Mitglied des Mellumrates
Dr. h.c. Otto Leege (1862-1951) war Dorflehrer auf der Insel Juist. Er begeisterte sich bereits in seiner Kindheit für die Tier- und Pflanzenwelt seiner Heimat. Sein bevorzugtes Interesse galt der botanischen und faunistischen Erforschung der Küstenregion, vor allem der ostfriesischen Inseln. Leege ist der Entdecker der Insel Memmert. Zeit seines Lebens setzte er sich für den Naturschutz ein, besonders im Hinblick auf den Seevogelschutz, und bewirkte die Errichtung etlicher Schutzgebiete. Otto Leege war Naturschutzbeauftragter für den Landkreis Ostfriesland. Außerdem war er im Verwaltungsrat der Insel Mellum tätig und hatte engen Kontakt mit den Oldenburger Organisationen für Heimatschutz und Heimatkunde. Gemeinsam mit Wilhelm Meyer und Jan van Dieken publizierte er im Jahr 1937 das “Pflanzenbestimmungsbuch für Oldenburg, Ostfriesland und ihre Inseln”.

Hans Nietzschke hat im Jahr 1953 das Wirken des Otto Leege in einem Nachruf gewürdigt, der im Oldenburger Jahrbuch 1952/53, S. 270-273 veröffentlicht wurde.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Michaelsen, Karl (1892 - 1978); Studienrat, Dozent für Biologie und Direktor des Staatlichen Naturhistorischen Museums
Karl Michaelsen (1892-1978) war Studienrat und Dozent für Biologie, bevor er 1933 die Aufgabe des Direktors im Staatlichen Naturhistorischen Museum übernahm. Sein großes Interesse galt der Vorgeschichte; seine Aufmerksamkeit widmete Michaelsen vor allem den Großsteingräbern und der Wiederherstellung eines zerstörten Grabes in Kleinenkneten, welches lange Zeit als Lehrobjekt diente. Michaelsen verfasste zahlreiche Schriften zu seinen Forschungen über die Megalithkultur, die ihn weit außerhalb des Oldenburger Landes bekannt machten. In Kriegsgefangenschaft geraten kehrte Michaelsen erst 1948 in seine Heimat zurück und wandte sich – da sein Posten als Museumsdirektor zwischenzeitlich neu besetzt worden war – bis zu seiner Pensionierung wieder der Arbeit als Lehrer zu. 1962 wurde ihm vom Oldenburger Landesverein die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Wilhelm Dursthoff hat im Jahr 1979 das Wirken des Karl Michaelsen in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch, Bd. 78/79 (1979), S. 502-503.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:

Karl Michaelsen: Ein Hausfund aus der Chaukenzeit in Rastede.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 39 (1936), S. 75-93
Karl Michaelsen: Ein altbronzezeitlicher Grabhügel in Mollberg bei Wiefelstede.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 40 (1936), S. 173-183
Karl Michaelsen: Ein Einzelgrab mit Tiefstichkeramik bei Steinkimmen.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 40 (1936), S. 165-172
Karl Michaelsen: Die Ausgrabungen der beiden Hünenbetten von Kleinenkneten in Oldenburg 1934-39.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 75/76 (1978), S. 215-249

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Nietschke, Hans (1890 - 1975); Oberstudienrat; Gründer des Vereins für Heimat-, Natur- und Vogelschutz Wilhelmshaven-Rüstrigen; Mitglied im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde
Dr. Hans Nitzschke (1890-1975), Oberstudienrat, war Zeit seines Lebens engagiert auf den Gebieten der Heimatkunde und Biologie tätig. In engem persönlichem Kontakt arbeitete er auch mit Dr. h.c. Schütte und Dr. h.c. Krüger zusammen. Die Schriften Nitzschkes, die sich vor allem auf die Moore, Marschen und Wälder Nordwestdeutschlands beziehen, haben noch viele Jahre nach seinem Tod ihre Gültigkeit behalten. Seine Passion galt dem Neuenburger Urwald. 1923 gründete Nitzschke den Verein für Heimat-, Natur- und Vogelschutz Wilhelmshaven-Rüstringen e.V. und war außerdem engagiertes Mitglied im Mellum- und im Marschenrat. Ein besonderes Ziel seiner Arbeit war es, die Gedanken rund um den Naturschutz an die Öffentlichkeit zu tragen. Er wollte die Schutzgebiete zugänglich machen. Bereits 1927 fertigte er das erste Lichtbildmaterial der Vogel- und Pflanzenwelt Mellums an. Mit dieser Zielsetzung errichtete Nitzschke außerdem 1934 die Stadtbildstelle in Wilhelmshaven.

Wilhelm Dursthoff hat im Jahr 1975 das Wirken des Dr. Hans Nitzschke in einem Nachruf gewürdigt.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Osterloh, Hinrich (1861 - 1941); Hauptlehrer; Mitglied im ehem. Landesverein für Heimatkunde und Heimatschutz
Hinrich Osterloh (1861-1941) war Hauptlehrer und Gründungsmitglied des Oldenburger Landesvereins für Heimatkunde und Heimatschutz. Er blieb diesem Verein treu und engagierte sich besonders bei der Aufstellung des Oldenburger Landesherbars. Auf Bitten seines Freundes Dr. h.c. Schütte verfasste Osterloh im Jahr 1925 einen der ersten Artikel für die erste Nummer der Zeitungssonderbeilage “Oldenburger Blätter für Heimatkunde und Heimatschutz”. 1927 übernahm Osterloh im Auftrag des Landesvereins die Leitung bei der Erstellung eines Landes-Flurnamenbuches, welches 1933 fertiggestellt wurde. Begonnen hat Osterloh außerdem mit der Erforschung der Geschichte der Gemeinde Dötlingen, unter anderem im Hinblick auf Flurnamen sowie Familienkunde und mit der Kartierung der Stein- und Hügelgräber. Diese Aufgaben konnte er allerdings nicht vollenden.

G. Pleus hat im Jahr 1941 das Wirken des Hinrich Osterloh in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch (1940/1941), S. 176-177.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Hinrich Osterloh: Bericht über Entstehung und Einrichtung der oldenburgischen Flurnamensammlung. In: Oldenburger Jahrbuch Bd. 40 (1936), S. 159-174.

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Purrnhagen, Wilhelm (1925 - 2008); Fernmeldetechniker; Mitglied im NABU und der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO)
Wilhelm Purrnhagen (1925 – 2008) war Fernmeldetechniker bei der Post und fand seine Berufung als hervorragender Ornithologe und ausgezeichneter Tierpräparator. Er sammelte ausschließlich tote Vögel und Säugetiere. Purrnhagen war ein leidenschaftlicher und kundiger Naturbeobachter mit vielseitigen Interessengebieten. Gebürtig kam Purrnhagen aus Strückhausen in der Wesermarsch und lebte seit 1954 in Oldenburg. Er engagierte sich im Naturschutz als Mitglied des NABU sowie der OAO (Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Oldenburg). Seine Sammlung, die vor allem präparierte Vögel umfaßt, übergab er der NABU-Kreisgruppe Vechta. In Vitrinenschränken werden dort zahlreiche Exemplare, die einen Querschnitt der Tierwelt zwischen Küste und dem Oldenburger Münsterland zeigen, präsentiert.

Birgit Will (Dipl.-Landschaftsökologin) hat im Jahr 2014 eine Biografie verfaßt.

Ringleben, Herbert (1912 - 1999); Buchhändler und Bibliothekar; Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland
Herbert Ringleben (1912 – 1999) war gelernter Buchhändler und seit den 1930er Jahren der Ornithologie aktiv verbunden. Von 1946 bis zu seiner Pensionierung 1975 arbeitete er, mit kurzer Unterbrechung, an der Vogelwarte Helgoland. 15 Jahre lang hatte er die Schriftleitung der Zeitschrift “Ornithologische Berichte aus Niedersachsen” inne.

Hans Rudolph Henneberg, dessen ornithologischen Lebensweg Ringleben maßgeblich geprägt hat, verfaßte im Jahr 2001 einen Nachruf.

Schütte, Heinrich (1863 - 1939); Lehrer; Ehrendoktor der Universität Hamburg; Entdecker der Küstensenkungstheorie; Gründer der ersten regionalen Naturschutzorganisation im Jahr 1891, dem Bezirksverein Brake des Deutschen Lehrervereins für Naturkunde; Pionier des Heimatschutzes
Dr. h.c. Heinrich Schütte (1863-1939) gilt als einer der wichtigsten Pioniere der Heimatpflege, der naturkundlichen Küstenforschung und des Naturschutzes. Als Lehrer an zahlreichen Schulen machte er es sich zur Aufgabe, den Schülern ein Gefühl für Heimat und Natur zu vermitteln. Die Arbeit Schüttes bezog sich auf ein breites Spektrum an Forschungsgebieten, von der Erforschung der Marschenlandschaft, der Erkundung der Tierwelt und Pflanzen in den Watten, bis hin zur allgemeinen Landes-, Vor- und Frühgeschichte. Besonders einflussreich und stark diskutiert waren Schüttes Forschungen zur Küstensenkung. 1891 gründete Schütte den Bezirksverein Brake des Deutschen Lehrervereins für Naturkunde und wurde im Jahre 1895 Vorsitzender des neugegründeten Landesvereins für Naturkunde für Oldenburg-Friesland. Zu verdanken ist Schütte außerdem die Sicherung der Insel Mellum als Naturschutzgebiet.

Fritz Diekmann hat im Jahr 1963 das Werk des Heinrich Schütte in einer Ansprache zu seinem 100. Geburtstag gewürdigt, die im Oldenburger Jahrbuch 1964, S. 115-119 veröffentlicht wurde.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Heinrich Schütte: Der Küstenkanal im Betrieb und Ausbau seit 1935.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 55 (1955), S. 57-82
Heinrich Schütte: Der geologische Aufbau des Jever- und Harlingerlandes und die erste Marschbesiedelung.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 37 (1934), S. 121-159
Heinrich Schütte, D. Siemers und R. Birth: Das Steinhaus „Dankstede“. Ein Versuch zur Klärung einer küstengeschichtlichen Frage. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 40 (1936), S. 184-203
Heinrich Schütte und Otto Rink: Warfen über einer Flachsiedlung in Golzwarderwurp. Ein Beitrag zur Geologie der Wesermarsch und zur Stammeskunde der Chauken. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 38 (1935), S. 141-179

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

Tabken, Hans (1908 - 1987); Studiendirektor am Alten Gymnasium (Oldenburg); Beauftragter für Naturschutz in der Stadt Oldenburg
Hans Tabken (1908 – 1987) war Studiendirektor am Alten Gymnasium in Oldenburg. Seit 1925 engagierte er sich als Mitglied des Oldenburger Landesvereins für Heimatkunde und Heimatschutz. Gemeinsam mit Wilhelm Meyer (1867 – 1953), dem damaligen Leiter des Botanischen Gartens, baute er die botanische Erforschung des Oldenburger Landes auf. Als Nachfolger Meyers leitete Hans Tabken den Botanischen Garten von 1947 bis 1965. Er koordinierte die vielen ehrenamtlich tätigen Botaniker im Lande. So wurde er Leiter der Regionalstelle Oldenburg für die floristische Kartierung, aus der die erste deutschlandweite Erfassung aller vorkommenden Pflanzenarten entstanden ist (Haeupler & Schönfelder: Atlas der Farn- und Blütenpflanten der Bundesrepublik Deutschland, 1989). Tabken war Beauftragter für Naturschutz in der Stadt Oldenburg und konnte durch seine vermittelnde Art viel für die Erhaltung wertvoller Gebiete erreichen.

Wolfgang Hartung hat für Hans Tabken einen Nachruf verfaßt, der im Vorspann zum Oldenburger Jahrbuch 1987 veröffentlicht wurde.

Tantzen, Richard (1888 - 1966); Ministerialrat und Landesminister; Leiter des Siedlungsamtes; zahlreiche Ämter, u.a. Vorsitzender des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde
Richard Tantzen (1888-1966) setzte sich als Leiter der oldenburgischen Denkmal- und Naturschutzbehörde maßgeblich für die Erhaltung und Pflege von Kultur- und Naturdenkmälern ein und war erheblich beteiligt an der Ausweisung von zahlreichen Landschafts- und Naturschutzgebieten. Tantzen war u.a. Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung des Oldenburgischen Staatsministeriums, ab 1927 Ministerialrat und wirkte an der Formulierung zahlreicher Agrargesetze mit. Im Zuge der landwirtschaftlichen Siedlungsentwicklung förderte er stets die Bewahrung von Marsch, Moor und Geest als einer heimatlichen Kulturlandschaft. Seine große Passion galt der Ornithologie und insbesondere den Störchen. Von 1951 bis 1956 war Richard Tantzen Vorsitzender des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde. Ab dem Gründungstag im Jahr 1961 leitete Tantzen ferner die Oldenburg Stiftung e.V., dem Vorgänger der heutigen Oldenburgischen Landschaft. Als Ehrung für seine umfangreichen Leistungen bekam Richard Tantzen 1954 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1960 das Große Bundesverdienstkreuz und 1962 den Niedersächsischen Verdienstorden verliehen.

Fritz Diekmann hat das Wirken des Richard Tantzen in einem Nachruf gewürdigt, veröffentlicht im Oldenburger Jahrbuch (1966), S. VI-VII.

Publikationen im Oldenburger Jahrbuch:
Richard Tantzen: Beiträge zur Geschichte der Vogelkunde in Oldenburg mit einem Schriftennachweis über die Vogelwelt des Landes. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 50 (1950), S. 246-303
Richard Tantzen: Schriftnachweis über die Vogelwelt des Oldenburger Landes.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 56 (1957), S. 211-218
Richard Tantzen: Schriftnachweis über die Vogelwelt des Oldenburger Landes (zweiter Nachtrag).
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 61 (1962), S. 215-223
Richard Tantzen: Beiträge zur Storchforschung im Oldenburger Land 1941.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 46/47 (1943), S. 379-391
Richard Tantzen: Storchbeobachtungen im Oldenburger Land 1951.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 52/53 (1953), S. 254-263
Richard Tantzen: Die verspätete Ankunft der Störche Ciconia D. aconia (L.) 1943 und ihre Folgen, dargetan am Beispiel der Oldenburger Populationen. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 86 (1986), S. 351-357
Richard Tantzen: Die Störche im Oldenburger Land im Dürrejahr 1959.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 59 (1960), S. 103-121
Richard Tantzen: Der weiße Storch Cionia cionia (L.) im Lande Oldenburg (Zusammenfassung von Beobachtungen aus den 35 Jahren von 1928-1963). in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 61 (1962), S. 105-213
Richard Tantzen: Der Graureiher Ardea cinerea cinerea L., im Oldenburger Land (382. Ringfundmitteilung der Vogelwarte Helgoland). in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 59 (1960), S. 69-102
Richard Tantzen: Naturschutz und Denkmalschutz. Nach der Gesetzgebung des Reiches und des Landes Oldenburg. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 39 (1936), S. 50-66
Richard Tantzen: Die Denkmalslisten des Oldenburger Landes.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 55 (1955), S. 135-191
Richard Tantzen: Zur Geschichte des Oldenburg-Liedes. in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 63 (1964), S. 208-214
Richard Tantzen: Das Schicksal des Hauses Oldenburg in Rußland.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 58 (1959), S. 113-195
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Sippenforschung Teil I.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 40 (1936), S. 88-106
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Sippenforschung Teil III.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 46/47 (1943), S. 306-329
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Sippenforschung Teil IV.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 48/49 (1949), S. 101-120
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Familienforschung Teil I.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 56 (1957), S. 75-96
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Familienforschung Teil V.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 50 (1950), S. 38-97
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Familienforschung Teil VI.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 48/49 (1949), S.101-120
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Familienforschung Teil VII.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 60 (1961), S. 121-154
Richard Tantzen: Quellen zur oldenburgischen Familienforschung Teil VIII.
in: Oldenburger Jahrbuch Bd. 62 (1963), S. 175-207

(Lara Wilms: Zusammenfassung und Auswertung von Biographien zu Persönlichkeiten des Naturschutzes im Oldenburger Jahrbuch. Erarbeitet im Rahmen des Projektes „ServiceLearning“ der Universität Oldenburg, der Agentur:ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung in Kooperation mit der UNB der Stadt Oldenburg. Mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.; August 2013)

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