Mittelalter

Im 7. Jh. n. Chr. wurden Marsch und Geest erneut besiedelt und dabei teilweise alte Wurten genutzt. Durch die vorangehende Christianisierung sind bereits seit Ende des 8. Jhs. bis ins 10. Jh. erste Kirchen, Stifte und Klöster entstanden. Die oldenburgische Geschichtsschreibung begann Ende des 13. Jhs. im Kloster Rastede, dessen Mönche von der Gründung ihres Klosters im ausgehenden 11. Jh. berichten. In dem Zusammenhang überliefern sie die Sage von Graf Friedrichs Löwenkampf und erzählen auch von den Anfängen des Oldenburger Grafenhauses. Die Oldenburger Wappensage ist allerdings erst im frühen 16. Jh. mit der Löwenkampfsage verbunden worden. Die Krypta der St.-Ulrichs-Kirche in Rastede wurde als Privatkapelle des legendären Grafen Huno und seiner Ehefrau Willa erbaut. Ihr Sohn Friedrich gilt als Gründer des Klosters Rastede.

Bereits unter den Karolingern organisierte Umsiedlungen hatten schon früh starke Veränderungen in der Landwirtschaft zur Folge. Frühere Siedlungen wurden zu Ackerflächen, zum sogenannten “Esch”. Innerhalb der Gaue wurden Höfe und Vogtstellen eingerichtet. “Ringwälle” waren anscheinend Thingstätten und Verteidigungsanlagen zugleich. Ab dem 11. Jh. entwickelte sich schließlich der Bau von Burgen. Eine wichtige Rolle spielte auch der ab ca. 1000 n. Chr. begonnene Deichbau sowie die landwirtschaftliche Nutzbarmachung der flachen Marschen zwischen Moor und Geest, was durch die Gewinnung von Siedlungs- und Ackerflächen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte.

Autor: Sabrina Kolata, bearb. von Jörgen Welp
Foto Beitragsbild: Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels, Landesbibliothek Oldenburg, Cim 419 I, fol. Gr, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

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Filmausschnitt aus: Karl-Peter Kaul, Kirchwege im Ammerland, Sprecherin Ulla Wuttke, 2011.

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