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Umfangreiches Digitalisierungsprojekt gestartet

„Sturmfest und erdverwachsen? – Visuelle Medien als Spiegel regionaler Identität: Das Bildgedächtnis Weser-Ems“ (BIG WE)

Udo Jürgens ist auf dem Fliegerhorst Upjever gelandet: Aus Anlass seines 36. Geburtstages war er 1970 von der Luftwaffe zu einem Flug im Starfighter eingeladen worden. Hugo Rase, Bildarchiv Schlossmuseum Jever.

Das Projekt „Sturmfest und erdverwachsen? – Visuelle Medien als Spiegel regionaler Identität: Das Bildgedächtnis Weser-Ems“ (BIG WE) ist ein regionales Pilotprojekt. Es hat das Ziel, historische Fotografien und Bauzeichnungen aus der Region Weser-Ems zu digitalisieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das gemeinsame Projekt der Oldenburgischen Landschaft, des Schlossmuseums Jever und des Museumsdorfs Cloppenburg – Niedersächsisches Freilichtmuseum wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen des Programms „Pro*Niedersachsen – Kulturelles Erbe – Forschung und Vermittlung in ganz Niedersachsen“ mit einer Summe von 100.000 Euro gefördert und hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
 
Gestartet ist das Projekt BIG WE zum 1. Februar. Projektkoordinatorin ist die Historikerin Gesa Soetbeer. Soetbeer hat bislang freiberuflich in Oldenburg gearbeitet und Museen sowie andere Kultureinrichtungen in den Bereichen Sammeln, Bewahren und Ausstellen bei verschiedenen Projekten unterstützt. „Durch die Digitalisierung und Erschließung historischer Fotografien und Baupläne wollen wir diese sichern und verfügbar machen und damit einen Beitrag zu aktuellen Diskursen zum Selbstverständnis und zu Transformationsprozessen der Region leisten“, erläutert sie ihre Aufgabe. 
 
Vorreiter für Weser-Ems und Niedersachsen
Bundesweit gibt es bereits einige vorbildhafte Digitalisierungsprojekte. Für den Raum Weser-Ems wie auch für ganz Niedersachsen war ein solches institutionsübergreifendes Projekt noch eine Leerstelle. Das Ziel von BIG WE ist es daher, nicht nur die Sammlungen der Projektpartner zugänglich zu machen, sondern das Netzwerk durch weitere Kooperationspartner auszubauen und damit auch den Schatz an visuellem Quellenmaterial zu erweitern. Im Herbst dieses Jahres soll ein erstes Netzwerktreffen stattfinden, um die durch das BIG WE erarbeitete Grundstruktur vorzustellen und weitere Kooperationspartner zu gewinnen. 
 
Einbindung der Heimatvereine
Ebenfalls sollen die Heimatvereine der Region eingebunden werden. Denn auch sie verfügen über umfangreiches Bildmaterial zur Lokalgeschichte, aus dem sich regionale wie überregionale Vergleiche und Schlüsse ziehen lassen. Die Sicherung und Zugänglichmachung des regionalen Bildgedächtnisses ist von enormer Bedeutung.
 
Identitätsstiftender Bilderschatz
Die drei Projektpartner verfügen bereits über umfangreiche Sammlungen historischer visueller Medien in Form von Fotografien, Dias und Negativen. Im Fall des Museumsdorfs Cloppenburg kommen noch zahlreiche Bauzeichnungen hinzu, deren Wert für die Dokumentation des baukulturellen Wandels im ländlichen Raum seit 120 Jahren immens ist. Das Bildmaterial insgesamt bietet ein facettenreiches Bild der Region Weser-Ems und kann zu einem Identitätsgefühl mit der Region beitragen. Es zeigt den Wandel der Natur- und Kulturlandschaft, den Wandel sozialer Verhältnisse einschließlich der Geschlechterverhältnisse sowie die Entwicklung der Technisierung ebenso wie die der Mobilität in der Fläche.
 
Auffindbarkeit und Benutzbarkeit der Daten
Die Digitalisierung und die quellenkritische Einordnung durch eine multiperspektivische Verschlagwortung sind die Basis, um die Bilder später per Suchbegriff in einem Onlineportal finden zu können. Nicht zuletzt ist es auch Teil des Projektes, rechtliche Fragen etwa des Urheberrechts oder des Personenschutzrechts zu klären. Nach Abschluss dieser Vorarbeiten wird die Präsentation der Bildmedien des BIG WE auf dem Onlineportal www.kulturerbe.niedersachsen.de erfolgen.