Oldenburg. 64 Standorte, 70 Partner und 91 Projekte – das sind die Zahlen zu dem kulturtouristischen Themenjahr 2010 „Abenteuer Wirklichkeit“. Die gesamte Ostfriesische Halbinsel hat sich unter diesem Motto für ein Jahr zusammengefunden und will kulturell und touristisch die Highlights, aber auch die verborgenen Schätze zeigen. Schon seit 2005 vermarkten sich die Landkreise Ammerland, Aurich, Friesland, Leer, Wittmund sowie die kreisfreien Städte Emden und Wilhelmshaven gemeinsam über die Ostfriesland Tourismus GmbH. Denn: ein Feriengast kann nicht den regionalen Feinheiten wie zum Beispiel einer Goldenen Linie folgen. Er fährt in das Reisegebiet Ostfriesland und betrachtet die Halbinsel als ein Ganzes.
Diese Sichtweise nutzen die Oldenburgische und die Ostfriesische Landschaft sowie die Ostfriesland Tourismus GmbH als Koordinatoren des Projektes. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, eine ganze Region qualitativ hochwertig darzustellen.
25 Projekte finden dabei im Bereich der Oldenburgischen Landschaft statt. Den Auftakt machen zwei sehr unterschiedliche Projekte: am 23. Januar 2010 erlebt in Wilhelmshaven das Rockmusical „META, Norddeich“ seine Uraufführung an der Landesbühne Niedersachsen Nord. Darin wird die Lebensgeschichte der jungen Ostfriesin Meta Rogall erzählt, die in den 1960er Jahren in ganz Nordwestdeutschland zum Mythos wurde. Direkt hinterm Deich betrieb die schöne Frau auf eigenwillige Art ihren Musikschuppen „Haus Waterkant“ und engagierte damals noch unbekannte Bands und Interpreten. Diese sind heute namhafte Künstler wie Otto Waalkes, die Scorpions aber auch Howard Carpendale, der sich nur ungern an seine Rock’n-Roll-Zeit hinterm Deich erinnert.
In Schortens feiert die Stadt unter dem Aspekt „Fünf Jahre Wirklichkeit - ein Blick auf die Stadt Schortens“ ihr Stadtjubiläum. Künstler und heimatverbundene Amateure werfen in einem Wettbewerb einen realistischen sowie visionären Blick auf „ihre Stadt“. Ausgewählte Werke werden auf Großleinwänden in der Innenstadt präsentiert. Im März eröffnet das Franz Radziwill Haus in Dangast eine Ausstellung unter dem Titel: Magischer Realismus im Kontrast zur Neuen Sachlichkeit - Franz Radziwill und die Künstlergruppe "Die Sieben". Das Museum ist eines von Vieren der Region, das die Darstellung von Wirklichkeit an herausragenden Werken der europäischen Kunstgeschichte zeigt, entsprechend dem jeweiligen Forschungsschwerpunkt und in unterschiedlichen historischen Epochen. Die anderen sind die Kunsthallen in Wilhelmshaven und Emden sowie das Landesmuseum Emden.
Der Mai bietet in diesem Themenjahr vor allem sinnliche Angebote: Im Park der Gärten in Bad Zwischenahn öffnet unter dem Thema „Die Wirklichkeit des „Fühlens“ der Blindengarten mit vielen Impressionen zum Selbsterfahren. Die Tastelemente eines Blindenbrunnens lösen verschiedene Aktionen wie eine Duftorgel aus. Hochbeete enthalten Fühlelemente wie Steine, Baumrinden sowie Sand, Schotter, Holzschnitzel. In der dritten Maiwoche kommt in Westerstede unter „Abenteuer Blütenpracht“ die RHODO 2010 hinzu. Der Rhododendron gilt als das Markenzeichen der Gartenkultur im Ammerland. Eine Symphonie berauschender Farben lädt dann den Besucher zur größten Rhododendronschau Europas ein. Die Besonderheit der Veranstaltung ist das Phänomen, dass alle Pflanzen für diese Festtage gleichzeitig blühen.
Im Juli widmet das Museum im Landrichterhaus in Neustadtgödens eine Ausstellung der religiösen Toleranz. Unter „Klischee und Wirklichkeit - Religiöse Vielfalt auf engstem Raum“, zeigt sie, wie am Rande der Nordsee im 18. Jahrhundert fünf Religionsgemeinschaften auf engstem Raum friedlich miteinander lebten. Als kleine Geheimtipps gelten die fünfgängigen Blütenmenüs, welche die Galerien Willy Hinck in Dangast und Ute Fuhr in Wiefelstede anbieten. Mit „Das Abenteuer des Verborgenen - die Wirklichkeit der Blütenträume“ werden in dem verwunschenen Galeriegarten Blütenmenüs gereicht, die mit allen Sinnen – umgeben von Bildern und Düften – zum Genießen einladen. Da kann man sich beispielsweise auf köstliche Blütendipps, lila Blütenschaumsüppchen, Rosennudeln oder auch eine Blütenpizza, frischen Granat auf einem lila Kartoffelbett freuen und bekommt den Gaumen zum Abschluss mit einem Blütensorbet abgerundet.
Alle Projekte bei „Abenteuer Wirklichkeit“ laden zum NeuEntdecken einer ganzen Region ein, sie bieten Überraschendes oder behandeln Klischee und Wirklichkeit unter künstlerischen oder abenteuerlichen Aspekten. „Das Besondere ist die gute Kooperation zwischen Ostfriesland und Oldenburg. Hat man immer wieder tiefe kulturelle Gräben zwischen beiden Regionen Nordwestdeutschlands festmachen wollen, so ist hier der Beweis geführt, wie man kreativ und freundschaftlich mit so einem Großprojekt umgehen kann“, so Geschäftsführer Dr. Michael Brandt für die Oldenburgische sowie Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger für die Ostfriesische Landschaft.
Alle Projekte und Termine von „Abenteuer Wirklichkeit“ sind zu finden unter: www.ostfriesland.de
Zusatz- Informationen:
Förderung:
Das Land Niedersachsen und die Europäische Union fördern mit knapp 500.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, die Ostfriesische Landschaft zusammen mit der Ostfriesland Tourismus GmbH. „Damit soll die Qualität und die Innovationskraft einer Region unterstützt werden, die seit 2008 als Modellregion für den Kulturtourismus in Niedersachsen gilt.
Fachsymposium Kulturtourismus
Am 29.05.2010 findet in Emden das Symposium zum „Kulturtourismus in Ostfriesland“ statt. Südtirol und Ostfriesland gelten kulturell und mit seinen Alleinstellungsmerkmalen als vergleichbar. Deshalb stellt der Direktor der Südtirol Marketing GmbH, Dr. Christoph Engl, in Emden im Mai das Modell Südtirol vor. Weiterhin wird das neue kulturtouristische Vermarktungkonzept des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer vorgestellt.
Ansprechpartnerin:
Katrin Rodrian
Leiterin Kulturagentur
Ostfriesische Landschaft
Tel.: 04941 – 17 99 – 72
Bildunterschrift:
(v.l.n.r.) Katrin Rodrian/Ostfriesische Landschaft, Maike Theesfeld/Stadtmarketing Jever, Ivo Kügel/Franz Radziwill Gesellschaft e. V. Dangast, Katrin Krumpholz/Ostfriesland Tourismus GmbH, Sarah-Christin Siebert/Ostfriesische Landschaft; Georg Stark/Blaudruckerei Jever, Dr. Michael Brandt/Oldenburgische Landschaft, Peter Wehnemann/Landkreis Friesland, Dr. Rolf Bärenfänger/Ostfriesische Landschaft, Christian Wandscher/Park der Gärten – Bad Zwischenahn, Prof. Dr. Antje Sander/Schlossmuseum Jever, Dr. Claudia Thoben/Kunst- und Kulturkreis Rastede e.V., Inga Benavidez/Touristik Westerstede.
Foto: Onur Yamac