"Alles fließt" - Kulturgeschichte des Wassers
Wasserüberfluss und Wassermangel sind ökologische Brennpunkte der Gegenwart. Sie spiegeln die elementare Bedeutung des Wassers für alle Bereiche des Lebens. Als eines der vier Elemente verkörpert es Aufbau und Zerstörung zugleich – ein Gegensatz, der in der Kunst-, Kultur und Literaturgeschichte immer wieder aufs Neue thematisiert wurde.
Das Oldenburger Land ist von Wasser und Eis geformt worden, die historischen Spuren sind überall in der Landschaft präsent, wie auch das gegenwärtige Bild dieser Kulturlandschaft – insbesondere an der Küste – vom nassen Element geprägt wird. Mit dem Klimawandel hat die Gefahr von Sturmfluten zugenommen, Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und anhaltende Trockenphasen treten stärker ins Bewusstsein.
Mit dem Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt „’Alles fließt’. Kulturgeschichte des Wassers“ wollen sieben Museen und Institutionen des Oldenburger Landes das Phänomen des nassen Elements aus überwiegend regionalhistorischer Perspektive beleuchten, um so die Bedeutung des Wassers in der Landschaft, in der Architektur, in der Sach- und Alltagskultur, im Glauben und in Mythen deutlich werden zu lassen. Unterschiedliche Begleitprogramme runden das dezentral angelegte Projekt ab, das in Kooperation mit dem bei der Oldenburgischen Landschaft angesiedelten Kulturrat im Oldenburger Land zwischen dem 29. Mai und 1. November 2010 durchgeführt wird.
Die Zusammenarbeit kommt in den Ausstellungen und Veranstaltungen der beteiligten Institutionen zum Ausdruck, die sich zudem in der Herausgabe eines umfangreichen Begleitbandes von ca. 320 Seiten äußert.
Schlossmuseum Jever:
Landgewinnung und wirtschaftliche Prosperität, Sturmfluten und Überschwemmungen – nirgendwo sonst hat sich das nasse Element stärker ins kollektive Gedächtnis der Menschen verankert als an der Küste. Naheliegenderweise nimmt sich das Schlossmuseum Jever dieser Gegensätze an und thematisiert sie ausführlich in seiner Ausstellung.
Wasser ist im Oldenburger Land und in Nordwestdeutschland allgemein ein treibender Wirtschaftsfaktor. Da ist die gewerbliche Fischerei und der Seehandel, die Hafenwirtschaft an den Unterweserhäfen, der Schiffbau und die Binnenschifffahrt. Hinzu kommen Gewässer und Umweltschutz. Im Staatsarchiv Oldenburg werden an ausgewählten Karten, Bildern und Dokumenten Aspekte dieser Faktoren aufgezeigt.
Oldenburg – von Wassern durchzogen, vom Wasser geprägt. Die Stadt an der Hunte profitierte von schiffbaren Wegen nach Osten und Westen und musste sich mit dem Wachsen seiner Bevölkerung den damit verbundenen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts stellen. Zentrale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind wichtige Themen in der Ausstellung des Stadtmuseums Oldenburg.
Im Mittelpunkt der Ausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg stehen beispielhaft unterschiedliche Nutzungen des Wassers durch den Menschen in drei Themenkomplexen, die sich zeitlich von der klassischen Antike bis zum Barock erstrecken: Wasserbau, Badekultur und Wasser in der Mechanik. Das Museum veranstaltet darüber hinaus im Oktober 2010 ein wissenschaftliches Symposium zum Thema.
Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg präsentiert für den norddeutschen Raum die Flüsse Elbe, Weser, Ems und Hunte aus den Perspektiven verschiedener Fotografen des 20. Jahrhunderts. Jeder Fluss wird von einem einzelnen Künstler auf persönliche und kunstvolle Weise vorgestellt Neben dem Wandel der unterschiedlichen Flusslandschaften veranschaulicht die Zeitreise auch die im Laufe der Zeit veränderte Wahrnehmung dieser Naturräume.
Das Museumsdorf Cloppenburg thematisiert die historische „Alltäglichkeit“ des Wassers und damit seine eminent wichtige Rolle im Leben der Menschen: in der täglichern Ernährung, in der Körper- und Objekthygiene, im Glauben und im Ausleben von Freizeit – thematisiert und dargestellt an so traditionellen Elementen der Wasserversorgung wie Ziehbrunnen und dem persönlichen Vergnügen in Flussbadeanstalten an der Soeste.





